
Mit feinem Humor, überraschenden gedanklichen Brückenschlägen und musikalischer Virtuosität setzte die Reihe „Wirtschaft trifft Kultur“ am 21. Juli einen weiteren besonderen Akzent: Prof. Dr. Werner Mezger nahm die Gäste mit auf eine ebenso kenntnisreiche wie kurzweilige Reise von der Narrenidee des ausgehenden Mittelalters bis mitten hinein in die gesellschaftliche Gegenwart des 21. Jahrhunderts. Unter dem Titel „Zur Resilienz der Dummheit – Die Narrenidee am Oberrhein um 1500 und ihre neue Aktualität im 21. Jahrhundert“ machte der renommierte Kulturwissenschaftler Sebastian Brants berühmtes „Narrenschiff“ zum Ausgangspunkt einer Keynote, die historische Tiefenschärfe mit verblüffender Aktualität verband. Pointiert, unterhaltsam und mit zahlreichen Denkanstößen zeigte Mezger, wie erstaunlich zeitlos manche menschlichen Verhaltensweisen sind – und lieferte damit reichlich Gesprächsstoff für den anschließenden Austausch.
Den musikalischen Glanzpunkt des Abends setzte der erst 15-jährige Pianist Jan Wimmer. Der erste Preisträger des Steinway Klavierspiel Wettbewerbs 2024 beeindruckte nicht nur mit technischer Souveränität, großer musikalischer Ausdruckskraft und einer Reife, die sein junges Alter beinahe vergessen ließ, sondern führte auch selbst durch seinen Auftritt. Dabei bewies er bemerkenswerte Spontaneität und Schlagfertigkeit: Kurzerhand griff er Gedanken und Motive aus dem unmittelbar vorausgegangenen Vortrag von Werner Mezger auf und ließ sie charmant in seine Moderation einfließen. So entstand ganz ungeplant eine ebenso unterhaltsame wie gelungene Verbindung zwischen Keynote und Konzert – und zwischen dem gesprochenen Wort und der Musik. Mit seinem virtuosen Spiel begeisterte Jan Wimmer das Publikum und wurde zugleich zum eindrucksvollen Botschafter eines zentralen Anliegens des Fördervereins: jungen musikalischen Talenten eine Bühne zu geben, auf der sie ihr außergewöhnliches Können zeigen und sich weiterentwickeln können.
88 Tasten – und jede einzelne ein Schlüssel zur Kultur
Einen besonderen Moment bildete erneut die „KEY to Culture“-Tastenaktion. Unterstützerinnen und Unterstützer, die mit ihrer persönlichen Steinway-Taste einen Beitrag zur kulturellen Bildungsarbeit leisten, erhielten im Rahmen des Abends ihre Tasten samt Zertifikat. Was dabei als individuelles Erinnerungsstück überreicht wurde, steht zugleich sinnbildlich für eine gemeinschaftliche Idee: Kultur braucht Menschen, die sie ermöglichen, fördern und weitertragen.
So verband auch dieser Abend von „Wirtschaft trifft Kultur“, was den besonderen Charakter der Reihe ausmacht: musikalische Exzellenz mit gesellschaftlichen Impulsen, Kulturförderung mit persönlichem Engagement und außergewöhnliche Bühnenerlebnisse mit anregenden Begegnungen. Bei Gesprächen vor und nach dem Konzert wurde weitergedacht, diskutiert und neue Verbindungen zwischen Menschen aus Wirtschaft, Politik und Kultur geknüpft – ganz im Sinne einer Reihe, die Kultur nicht nur erlebbar macht, sondern auch als verbindende Kraft versteht.











